Just another meaningless and insignificant blog.

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Ein bisschen ich.

Ich habe am gleichen Tag Geburtstag wie Cher, was mich, als ich ungefähr zehn Jahre alt war, fürchterlich stolz gemacht hat. Inzwischen ist mir mein Geburtstag völlig egal und Cher sowieso. Ich habe zwei ältere Schwestern, zwischen denen und mir gab es, soweit ich weiß, eine Fehlgeburt und eine Abtreibung. Ich wurde nur deshalb nicht abgetrieben, weil sich meine mittlere Schwester (damals 7 Jahre alt) unbedingt einen kleinen Bruder gewünscht hatte. Ich wurde ein Mädchen. Ich habe mit dieser Schwester seit anderthalb Jahren keinen Kontakt mehr. Mein Vater hat, seit ich 2 Jahre alt war, keinen Kontakt mehr zu meiner Familie, weshalb mir frühkindliche Traumata und Störungen unterstellt werden, die ich vehement abstreite. Allenfalls einen kleinen Vaterkomplex habe ich davon getragen. Ich fahre gerne, viel und schnell Auto, kann die Größe des Fahrzeugs intuitiv einschätzen und kann gut einparken. Das Klischee über Auto fahrende Frauen erfülle ich also absolut nicht. Auch sonst bin ich eher eine untypische Frau. Ich hasse es, mich zu schminken, habe lieber kurze Haare, weil sie pflegeleichter sind, habe für mein Leben gerne viel Sex und mag Gewaltfilme. Zombies und Aliens dürfen aber nicht darin vorkommen, sonst kriege ich Albträume. Ich schaue aber auch gerne Liebesfilme, bei „Was das Herz begehrt“ muss ich regelmäßig heulen wie ein Schloßhund, weil der Film mich ganz arg an meinen Exfreund erinnert. Der starb 2009 zwei Tage nach meinem Geburtstag. Seitdem habe ich ein Problem mit meinem Geburtstag und ein Problem mit Erinnerungen. Ein Problem mit Männern hatte ich eigentlich davor schon, das zählt also nicht. Ich dachte immer, ich könne keinen Sex ohne Liebe haben, stellte aber fest, dass es super geht. Ich sammle Blechdosen. Stifte auch, aber nicht so sehr absichtlich sondern eher aus Versehen. Die werden einfach nicht so schnell leer wie ich neue kaufe. Ich finde Din-A4-Blöcke mit Werbeaufschriften fürchterlich cool, ich habe welche von Holzhändlern, Kiesabbaufirmen und von meiner Heimatgemeinde. Ich arbeitete während der Schule und nach dem Abitur in einer Schreinerei und wäre mein Chef Schreinermeister gewesen und hätte ich keinen kaputten Rücken, hätte ich eine Ausbildung zum Schreiner gemacht. Nun studiere ich Geographie, mein Rücken wird dennoch immer schlimmer und manchmal ärgere ich mich darüber. Ich fing mal in Kiel an, Geowissenschaften zu studieren, nur weil meine Mutter zu mir sagte, ich könne doch nicht einfach nach dem Abitur nichts tun. Das kostete mich einen Haufen Geld, viel Spott aus dem Bekanntenkreis, gab mir aber den Job in der Schreinerei und ein tolles Jahr mit meinem Ex, bis er starb. Im Nachhinein betrachtet war dies die beste Entscheidung meines Lebens. Die erwachsenste Reaktion meines bisherigen Lebens war, einem Bekannten der Familie ins Gesicht zu sagen, dass ich von ihm nichts über meinen Vater hören möchte und der Lebensgefährtin des Bekannten zu sagen, dass sie still sein soll, da sie meinen Vater nie kannte und es sie nichts angeht. Dies hat mich den Kontakt gekostet und wurde mit Verachtung seitens meiner Familie bestraft. Ich stehe aber dazu. Ich war schon in China, Indien und Nepal und habe mir nach längerer Quälerei mit Gallensteinen in Nepal bei der Ankunft in Frankfurt geschworen, meinen Reisepass nun zehn Jahre lang nicht mehr zu benutzen. Ich wurde in der Schule gemobbt, ich kann diesen Menschen aber im Großen und Ganzen nicht böse sein. Wäre ich eine von den Coolen gewesen, weiß ich nicht, ob ich da nicht auch mitgemacht hätte. Geprägt hat es mich dennoch und ich habe ein ganz anderes Gespür für Menschen und Situationen entwickelt. Wenn sich Menschen in meiner Gegenwart streiten, gehe ich aus dem Raum, weil ich es nicht aushalte. Betrunkene Männer haben mir lange Zeit Angst gemacht. Ich habe mich noch nie geprügelt, weil ich Angst vor jeglicher Verletzung habe. Ich war früher im Leichtathletik und durfte mit auf Wettkämpfe, weil ich besser werfen konnte als die anderen Mädchen und meine miserablen Leistungen im Sprint und Weitsprung nicht allzu sehr ins Gewicht fielen. Ich bin 1,80m groß und wünschte mir, es wäre einfacher, einen Freund zu finden, der mindestens 1,90m groß ist. Ich bin im Schwäbischen mit einer Hochdeutsch sprechenden Mutter aufgewachsen. Schwaben finden, ich spreche Hochdeutsch, alle anderen finden, ich spräche Schwäbisch. Ich kann innerhalb eines halben Satzes zu Hochdeutsch mit Hamburger Einschlag wechseln, da meine Cousinchen aus Hamburg mich nicht verstehen, wenn ich normal rede. Ich liebe Chips, Schokolade, Lakritze und Gummibärchen, außerdem Cola. Allerdings habe ich mir das dank der kaputten Galle alles komplett abgewöhnt, was auch meinem Gewicht guttut, das schon seit der Pubertät immer eher zu hoch war. Ich habe ein fürchterlich schlechtes Gedächtnis und kann mich teilweise nicht an Dinge erinnern, die vor wenigen Tagen geschahen. An genaue Inhalte von Städtereisen erinnere ich mich schon zwei Monate danach nicht mehr, was Reisen eher semisinnvoll macht. Ich kann miserables Englisch und wurde trotzdem regelmäßig in Asien gelobt, wie toll mein Englisch ist und brachte es wirklich fertig, fließend und ohne gravierende Vokabelprobleme über Gott, Philosophie und die Ungerechtigkeit der Menschheit zu diskutieren, obwohl ich solche Gespräche hasse bis verachte. Ich hasse es, wie Menschen sind, wenn sie gekifft haben. Ich trinke gerne Guinness und auch gerne ein bisschen zu viel. Caipi mag ich auch, sonst aber eigentlich keinen Alkohol. Ich liebe selbstgestrickte Wollpullover, habe aber manchmal Phasen, in denen ich mich dann schäme, dass ich so alternativ aussehe. Und dann schäme ich mich für diesen Gedanken, trage das Kinn zwei Zentimeter höher und alles ist wieder gut. Ich kann mit wenig Geld umgehen, mag es aber nicht, weil es mich an meine Kindheit erinnert. Ich stehe total auf Shirts von teefury und co., obwohl ich sie oft nicht verstehe, weil sie Anspielungen auf Fernsehserien enthalten, die ich nie sah. Dr. Who schaltete ich nach der ersten halbe Folge aus, weil ich die Plastikmenschen ganz schrecklich fand, das rangiert auf einer ähnlichen Stufe wie Zombies und Aliens. Ich habe regelmäßig Atemnotsanfälle, von denen keiner so genau weiß, wo sie herkommen. Ich habe so ein schwaches Bindegewebe, dass mein Krankengymnast mich hypermobil nennt und mich mal als Anschauungsobjekt mit in seinen Physiounterricht nehmen wollte, weil ich gleichzeitig eine so versteifte Lendenwirbelsäule habe. Daraus wurde dann aber nichts, weil ich die Behandlung bei ihm abbrach. Ich liebe Katzen und habe eine starke Zuneigung zu Pferden. Ich wollte mal Reitstunden, das einzige, was wir uns leisten konnten, waren so Gruppen-Reitstunden, wo man nur im Kreis geführt wurde und nichts lernte, das gab ich recht schnell auf. Ich singe seit 7,5 Jahren in einem Gospelchor und mag das sehr, auch wenn ich überhaupt nicht gläubig bin. Ich hätte gerne Gesangsunterricht, glaube aber nicht, genügend Potenzial zu besitzen, als dass sich das lohnen würde. Wenn ich Verabredungen mit Freunden habe, habe ich allermeistens kurz davor überhaupt keine Lust, hinzugehen. Meist wird es dann doch sehr schön. Ich habe noch nie illegale Drogen ausprobiert und werde das wohl auch nie tun. Rauchen finde ich scheiße, manchmal habe ich aber das immense Bedürfnis nach einer Zigarette, weil Nikotin beruhigend wirkt. Meine Mutter rauchte in meiner Schwangerschaft. Ich tue viel zu oft Dinge nur, weil sie von mir erwartet werden oder „es sich halt gehört“. Was andere von mir denken, ist mir eigentlich völlig egal, manchmal lechze ich aber nach Bestätigung und Lob. Wenn ich das nicht bekomme, kann es passieren, dass ich ganz furchtbar an mir und all den Menschen um mich rum zweifle. Ich habe seit ich 16 bin eine Freundin, mit der ich mich abwechselnd blendend verstehe und abgrundtief zerstreite. Die zwei schlimmsten Funkstille-Zeiten wurden jeweils durch einen Todesfall im Bekanntenkreis beendet. Ich hatte mal was mit jemandem, der verheiratet war und dessen Frau ich immer noch regelmäßig sehe. Ich war schon mal verlobt und dieser Verlobungsring wird wohl das einzige Schmuckstück sein, welches ich mein Leben lang behalten werde. Ich habe sehr oft Selbstzweifel und Anflüge von Depressionen, die ich aber bislang relativ gut im Griff habe. Ich nehme zu viele Schmerzmittel und manchmal auch ein Muskelrelaxans, weil es mich schön blöd im Kopf macht und ich damit besser schlafen kann. Ich bin fürchterlich unsportlich, wanderte aber trotzdem schon im Himalaya rum und fand es toll. Dennoch sind mir die Alpen lieber, da ich sie schöner finde. Ich verbringe wesentlich viel zu viel Zeit im Internet. Ich lese für mein Leben gerne, doch im Moment zu wenig, da ich so viel am Computer bin. Ich wohne in einem Dorf mit weniger als 150 Einwohnern und ich mag es, auch wenn es logistisch ein Albtraum ist.

Die erste, von der ich einen solchen Artikel las, war die wunderbare @textzicke. Den könnt ihr hier nachlesen. Nachdem ich heute auch noch diesen hier von @agentdexter las, beschloss ich, selbst einen zu schreiben.


Tolles Wochenende ist toll.

Manchmal hat man Tage, Wochen, gar Monate, an denen man sich einfach in ein möglichst tiefes, möglichst dunkles und, ganz wichtig!, von Menschen und jeder anderen anstrengenden, anspruchsvollen Spezies freies Loch vergraben möchte und sich seinen Winterdepressiönchen hingeben. Leider ist dies in viel zu viel Fällen (nämlich eigentlich fast immer) nicht möglich, sodass wir brummig, winterschlafbedürftig durch die Gegend oxidieren und vor uns hin muffen.

So auch ich, jedes Jahr wieder. Aber manchmal, leider viel zu selten, kommt es vor, dass ein kleiner Sonnenstrahl in die Depressionshöhle dringt und für eine begrenzte Zeit alles irgendwie angenehmer macht.

Dieses Wochenende war ein solcher Sonnenstrahl. Nach einer fürchterlich unproduktiven Woche und dauerhaft schlechtem Gewissen wegen der Bachelorarbeit fuhr ich Freitag nach Filderstadt und war dort bis heute Nachmittag. Freitag Abend kurz bei M. vorbeigeschneit, Kuchen gegen Schokolade getauscht, eine Pflanze mit Himalayastein hergeschenkt und dafür sexuelle Gefälligkeiten bekommen. Samstag gings mit @traumreiche nach Stuttgart. Ich habe ein wunderbares, total tolles und mich sehr glücklich machendes Kleid gefunden, für das ich wahrscheinlich ungefähr einmal im Jahr eine Gelegenheit haben werde, es zu tragen. Aber es ist toll und es unterstreicht ein klein wenig meine Weiblichkeit.

Um diesen seltsamen Weiblichkeitsanfall auszugleichen, waren M. und ich heute morgen auf dem Schießstand. Gibt es etwas Tolleres als eine scharfe Waffe in der Hand zu haben und damit auch noch zu treffen? Die Idee, auf den stark männerdominierten Schießstand mein neues „kleines Schwarzes“ anzuziehen kam mir leider erst danach. Ebenso wie der Gedanke, dass ich eigentlich ein paar Patronenhülsen hätte mitnehmen sollen, um sie meinem Ex aufs Grab zu legen. Nicht, dass ich glaube, dass er das noch mitbekommt (er wäre begeistert, was aus mir wurde..), sondern weil ich seine ganzen seltsamen Anthroposophen-Pazifisten-Freunde gerne ärgern würde. M. meinte ganz richtig, dass das dann wohl der Grund sei, nochmal auf den Schießstand zu gehen. Ich finde, wir brauchen dazu keinen Grund außer dem, dass es Spaß macht.

Morgen gehts zurück in mein schwarzes Loch, aber den heutigen Abend genieße ich noch mit der Erinnerung an Sonnenstrahlen.


Kiffen gegen Galle

Ich war in Indien, ich war in Nepal. Ich hatte zwei Gallenkoliken und flog wegen denen früher heim. Dann lag ich 4 Tage im Krankenhaus, wurde aber nicht operiert wegen dem Durchfall, den ich mir als Souvenir mitbrachte. Heute war ich nochmal beim Arzt wegen dem allem und fragte, unter anderem, was ich machen könne, wenn ich eine Kolik habe und gerade nicht in Reichweite eines Krankenhauses bin oder so. Dann gingen wir ein paar Dinge durch und im Rausgehen sagte er leise zu mir, dass „eine Tüte rauchen auch hilft“, weil es „entspannt und sowohl Körper als auch Geist entspannt“ und die Schmerzen ein bisschen nimmt. Ich solle aber niemandem sagen, dass er das zu mir gesagt hat. Ich war so perplex, dass ich ihm nichtmal das hinknallen konnte, was ich jetzt im Nachhinein denke, nämlich: ich kiffe nicht, habe es noch nie getan, und werde das auch wegen dieser vermaledeiten Galle nicht anfangen. Nie und nimmer.

Ich meine, ich bezweifle den medizinischen Nutzen von Cannabis ja wirklich nicht und wer das für sich als den richtigen Weg sieht, soll das tun, das ist mir relativ egal. Aber ich frage mich schon ein bisschen, wie ich auf meine Umgebung wirke, dass sich ein Arzt traut, so etwas zu mir zu sagen?

Ich hefte es ab unter Erfahrungen, die mich schmunzeln lassen, die mich aber auch darin bestärken, schlagfertiger zu werden. Ich war sprachlos, und das geschieht wirklich eher selten.

Was ein Tag…


Die Sache mit dem Rücken…

Skoliose. Hohes Assimilationsbecken. Beckenverkippung und -schiefstand. Arthrose im linken Knie. Unspezifische Gelenkprobleme im rechten Sprunggelenk, welche die Schiefstellung des Beckens noch verstärken. Hypermobilität durch ein zu schwaches Bindegewebe.

Und da jetzt nur das, was meinen Rücken – und meine Rückenschmerzen – direkt beeinflusst. Ich könnte gut noch weitermachen mit Zysten im Kopf, Sehnenscheidenentzündungen in beiden Handgelenken, einer Sehnenansatzreizung am Ansatz der linken Achillessehne etc. pp.

Ich bin eigentlich kein Hypochonder, leider. Sondern all das habe ich von mehr als einem Arzt gesagt bekommen, so nach und nach. Einerseits ist es schön, dass die ganzen Schmerzen irgendwo einen Grund haben, andererseits wäre es auch ganz schön, sich mal sagen zu können, dass das nur alles psychisch ist.

Vor Jahren hat mir ein Arzt mal auf den Kopf zugesagt, dass ich, wenn das so weitergeht, mit 40 im Rollstuhl sitze. Langsam aber sicher bin ich fast geneigt, ihm zu glauben…

Wer mir auf Twitter folgt, hat mein Gejammer die letzten Wochen und Monate hinreichend mitbekommen. Und trotzdem ist heute der allererste Tag, an dem ich mir denke, dass ich den Asientrip, der in 16 Tagen startet, eigentlich canceln sollte. Weil ich mir nicht vorstellen kann, wie ich überleben soll, wenn ich schon nach einer Nacht in einem genau richtig harten Bett, in dem ich Platz habe und alles sowie einem Tag mit Krankengymnastik, genug Zeit für meine Übungen und ansonsten genau der Dosis aus Ruhe und Bewegung, die mir guttut, kaum atmen kann vor Schmerzen und mir bei nahezu jeder Bewegung vor Schmerzen Tränen in die Augen schießen.

Ich weiß wirklich nicht, wie das gehen soll und wäre es mein eigener Trip, ich würde ihn noch heute absagen. Aber dazu hängt zu viel dran. Wie auch immer das gehen soll.


Hausarbeit. Keine Hausarbeit.

Das Wort Hausarbeit ist böse, denn es ist so ungemein zweifach mit Bedeutung belegt.

Mit der hausfraulichen Hausarbeit habe ich es gerade ziemlich: Muffins, Marmelade, Kochen, etc.

Mit der universitären Sache, dem ‚Hausarbeit schreiben‘ hingegen gar nicht… dabei sollte ich. Dringend. Ganz, ganz… Egal. Neues Blech Muffins backen und nicht mehr dran denken… Kopf in den Sand und so.

Nachdem ich gestern 3190g Holunder eingefroren habe, habe ich heute nochmal 500g geerntet und zusammen mit drei Birnen und einem Apfel zu Marmelade gekocht. Und was davon nicht auf meinen Händen gelandet ist, ist in Gläsern verpackt und wandert morgen in mein gefräßiges Marmeladenregal im Keller. Das ist nämlich unersättlich.

 

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Außerdem Muffins. Und Katze. Keine Lust mehr zu schreiben.

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irgendwann ist es an der Zeit

…und irgendwann ist es an der Zeit, sich zu entscheiden. Entscheiden, ob man weiter, vermutlich vergebens, auf den Prinzen auf dem weißen Pferd wartet oder ob man sich mit dem zufrieden geben mag, was erreichbar ist. Ein Zeitvertreib. Eine schöne Sache für den Moment. Nichts festes, nichts enges, nichts tiefes. Nichts, was langfristig etwas bedeutet. Es muss aber auch nichts bedeuten. Es ist dein Leben, deine Entscheidung, es sind deine Nerven, die es kostet oder eben nicht.


Die Unfähigkeit, das Leben zu leben.

Dieses Wochenende wäre ich eigentlich mit einer Freundin in die Alpen gefahren. Als Übung für den Himalaya, weil ich seit 2006 nicht mehr in den Alpen war, weil wenigstens zwei Tage Urlaub irgendwie toll gewesen wären.

Dass ich mich überhaupt nicht drauf gefreut habe, obwohl es in die Alpen gehen sollte, hätte ich als Warnsignal verstehen sollen, schob ich aber auf die vollen Tage, das viele, was hier zu tun ist und irgendwie auch meine andauernde Erschöpfung. Und immer alles mit dem Gedanken im Hinterkopf, kein einziges freies Wochenende mehr zu haben, bevor wir nach Delhi fliegen.

Dass ich gestern abend dann, also nichtmal mehr 12 Stunden vor der vereinbarten Abreise, kalte Füße (im übertragenen Sinne) und Kopfweh und Schwindel sowie unglaubliche Erschöpfung (leider in echt) bekam, bewog mich dazu, mit der Freundin gemeinsam zu beschließen, dass wir das lieber lassen.

Schon das alleine fuchst mich, denn was bin ich allergisch gegen Menschen, die kurzfristig lange geplante Sachen absagen. Und nun bin ich selber so.

Aber vor allem erschreckt mich, dass ich sowohl als noch nicht klar war, ob wirs doch machen, was anderes machen oder wie wir das handhaben wollen, schier das Heulen anfing, und als es dann abgemacht war, dass es nicht stattfinden wird, unbeschreiblich starke Kopfschmerzen bekam mitsamt seltsamen Sehstörungen, so starkem Schwindel, dass ich kaum die Treppe in mein Zimmer hochkam und mal wieder einem Atemnotsanfall, der in seiner Stärke und Länge so schon lange nicht mehr vorkam. Diese Atemnotsanfälle habe ich schon lange, lange Zeit hatte ich sie sehr regelmäßig abends vorm Einschlafen, dann lange nicht und nun seit ca. zwei Wochen wieder, aber in einem wenig beängstigenden Umfang. Den gestern hingegen würde ich fast eher in Richtung Panikattacke erklären, was irgendwie auch zum Rest der Symptome passen würde, auch wenn ich es ungerne so nennen will, weil ich mich dann entweder als Hypochonder oder als Mensch mit ernsthaften Problemen sehe, die ich  alleine anscheinend nicht in den Griff bekomme, qed.

Dank Aspirin, zehn Stunden Schlaf und der Gewissheit, ein absolut freies Wochenende zu haben, wachte ich heute morgen einigermaßen entspannt auf und habe den Tag weitestgehend im Garten liegend verbracht. Es ist schon viel zu lange her, dass ich die Zeit und die Muße hatte, fünf Stunden mit einem Buch (und okay, ich gebe es zu, dem Laptop neben mir) rumzuliegen und nichts zu tun, außer ungesunde Dinge zu essen und sich über die immer gleichen Touristen-Gespräche zu amüsieren: „Hier ist doch die …-Quelle, ja genau, ach, die Kirche ist auch hübsch und Vorsicht! da geht es um eine Kurve“ – das sind natürlich die Fahrradfahrer, die sich naturgemäß etwas lauter unterhalten und denen nicht klar zu sein scheint, dass sie damit auch alle anwesenden Anwohner beschallen.

Die schwierigste Entscheidung, die ich heute noch zu treffen habe, ist die, ob ich den Grill anschmeißen soll (dazu müsste ich vermutlich noch ins übernächste Kaff fahren und was zu grillen kaufen), oder ob ich es lasse.

Morgen werde ich mir einen mindestens ebenso entspannten Tag machen und Montag wieder völlig tiefenentspannt zur Arbeit gehen.

Ooommmmmmmmmmm.


Unbeziehung.

Ich habe gerade den neuen Blogeintrag eines Twitterers gelesen, dem ich nur folge, weil ich schon seit Ewigkeiten seiner Freundin folge und meine Neugier dann irgendwann mal siegte. Er schrieb von alten Bekanntschaften, dem Dorfleben etc., alles nachvollziehbar aber völlig unwichtig. Wichtig war für mich der (Halb-)Satz: „…und sage, dass ich keine Ahnung habe wen ich heirate [und] dass ich mit meiner jetzigen Freundin keine Kinder haben will…“.

Zu mir sagte eine FReundin mal, sie wolle keine unbedeutende Beziehung haben sondern sei lieber länger Single, da sie dann die ganz großen Gefühle haben will und gerne eine Weile darauf wartet (dass sie jetzt genau das hat, was sie nicht wollte und ich sie sowieso eigentlich nicht mehr als Freundin bezeichne, ist eine andere Geschichte). Damals fand ich das irgendwie den falschen Ansatz, weil ich einfach nicht an die Liebe auf den ersten Blick glaube, sondern der Meinung bin, dass Dinge wachsen können. Man sollte ihnen wenigstens die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln.

Dass aber jemand so absolut sicher ist, dass er die Freundin, die er da gerade hat, sicherlich nicht heiraten will und mit dieser einen auch niemals Kinder haben will (die Formulierung klingt ja nicht nach „niemals Kinder“, sondern nach „mit der niemals Kinder“), also keinerlei Zukunft mit jemandem, den er aber als Freundin bezeichnet – ich glaube, damit könnte ich nicht umgehen. Weil in meiner Definition von Beziehung Liebe und Vertrauen ganz wichtig ist und damit ja auch irgendwo eine Beständigkeit vorhanden sein sollte, die es erlaubt, eine gemeinsame Zukunft zumindest zu erwägen.

Wenn man denn schon eine „Beziehung“ hat. Darum bin ich ja (glücklicherweise) die letzten Jahre rumgekommen…


Umzug.

Ich mag meine Mutter, wirklich. Wir verstehen uns gut. Aber am besten verstehen wir uns, wenn ich nach spätestens drei Tagen wieder wegfahre. Deshalb ist die Vorstellung, wieder nach Hause zu ziehen, auch wenn es objektiv das allersinnvollste ist, so absolut beängstigend. Ich mag nicht! 😦 Außerdem sehe ich meine Tübinger Freunde dann bestimmt niiiiie wieder (okay, ich bin gerade etwas hysterisch, ich gebe es zu).

Abgesehen davon, dass ich in meiner alten Heimat niemanden habe, den ich anrufen kann und der sich eine Viertelstunde später mit mir mit einer Flasche Wein oder sonstigem am Bach trifft. Oder sonstwas. Ich werde vereinsamen und elendlich zugrunde gehen. Und so.

Und mein Privatleben wird nicht mehr existent sein. Denn auch Mütter von erwachsenen Töchtern sind ja sooo oneugierig. Oder gerade die von erwachsenen Töchtern? Man weiß es nicht…


Vodafone-Hymne

Ich habe Vodafone letzten Freitag, also vor 4 Tagen, eine Mail geschrieben und einen Brief geschickt, dass ich auf den 31.7. ausziehe und gerne von dem sofortigen Kündigungsrecht Gebrauch machen würde, weil an meinem neuen Wohnort DSL und Festnetz vorhanden ist. Ich glaubte ja nicht daran, dass es klappen wird, schließlich bin ich mehr als spät dran und verpflichtet sind sie auch nicht dazu.

Heute dann ein Anruf, den ich leider verpasste (danke, Handy, du warst laut, hattest Empfang, was ist dein Problem?), kurz später eine Mail, dass sie dazu im Prinzip nicht verpflichtet seien, das aber aus Kulanz machen und meine Kündigung auf den 31.07. rechtskräftig sei.

Das ist übrigens generell meine Erfahrung mit Vodafone: die Mitarbeiter in den Shops sind meistens völlig unbrauchbar, die an der Servicehotline sind aber allermeistens kompetent und nett und auf Mails kommen auch vernünftige und immer sehr kulante Antworten.
Made my day, thank you, vf 🙂


prokrastinationslevel: wein kaufen

Ich habe mich schon immer gerne sehr weit aus dem Fenster gelehnt und mich schon immer in Situationen gebracht, in denen ich mich dann irgendwann nicht mehr ganz wohl fühlte. So auch der hinkende Dozent, der mich dazu verleitete, ihm Medikamenten-Tipps zu geben. Dass ich ihm dann auch noch versprach, eine Mail zu schreiben, weil er sich das so nicht merken konnte, hätte ich lieber bleiben lassen. Denn diese Mail dann zu schreiben, war irgenwie äußerst seltsam. Nunja, es kam eine nette Antwort und wenn ich helfen konnte, ist es ja auf jeden Fall recht. Außerdem ist mir jeder sympathisch, der Homöopathie bevorzugt!

Ansonsten habe ich heute mal wieder ausgiebig prokrastiniert und zur Belohnung dafür habe ich mir eine Flasche Wein gekauft. Tage ohne Schmerzmittel sind toll 🙂


So dieses und jenes

Das Semester neigt sich stark dem Ende zu, Klausuren sind vorbei oder gecancelt, das Tutorium findet auch nur noch diese Woche nochmal statt. Samstag ist Umzug, Sonntag/Montag dann streichen, Dienstag Schlüsselübergabe und dann ist Tübingen erstmal passé.

Die Melancholie schlägt ganz stark zu, es ist der letzte Sommer in Tübingen, die letzte Zeit mit den Kommilitonen, die planmäßig beenden und nun auch ausziehen, aber ohne die Option, Anfang nächsten Jahres nochmal in Tübingen zu sein, wie ich sie ja habe durch meine verschobene Bachelorarbeit. Jetzt, wo ich mich in Tübingen das erste Mal ruhig und sicher fühle, geborgen und daheim. Jetzt fängt diese Heimatsuche schon wieder von vorne an, es ist zum heulen! Irgendwann will ich irgendwo ankommen und dort dann bleiben. Mein Leben lang.

Gestern haben wir uns zusammengesetzt und mal ein bisschen für Indien recherchiert, die Juhe für die ersten zwei Nächte in Delhi gebucht und versucht, den Weiterflug nach Kathmandu zu buchen. Versucht deshalb, weil wir die Aufgaben aufgeteilt haben, bzw. ergab es sich so: ich buchte Delhi mit allem drum und dran, A. wollten den Flug nach Kathmandu buchen. Ihr Freund P. wird uns ja in Indien begleiten und fliegt am 17.10. von Delhi aus zurück. Wir wollen am gleichen Tag nach Kathmandu fliegen, damit wir gemeinsam von Goa, wo wir die letzten Tage verbringen werden, nach Delhi fliegen können. Blöderweise ist A. unglaublich verplant, unkonzentriert und fahrig, sodass sie das einfach mal buchte, ohne dass sie das mit mir absprach. Ende vom Lied: Sie hat zwei Tage zu früh gebucht. Ich war dann gestern wirklich genervt, aber sie hat das nun auszubaden und vielleicht lernt sie dann endlich mal, Dinge zu planen, nachzufragen und alles in Ruhe anzugehen. Und ich lerne vielleicht, dass, wenn man nicht alles selbst macht… Ihr kennt das.

Heute waren wir im Jack Wolfskin Laden, eigentlich wegen Schlafsäcken für Nepal. Blöderweise werden die nochmal richtig sauteuer. Ich habe mir dann erstmal zur Ablenkung eine Jacke für 170 Mäuse gekauft. Naja, ich brauche sie ja sowieso und die haben gerade alles reduziert, jetzt hab ich halt eine Jacke mit Tatze.

Bei unserem betreuenden Dozenten war ich auch noch kurz, der hat einen böse entzündeten Sehnenstrang im Oberschenkel, ich habe ihm dann gleich mal meine geballte Medizinerfahrung der letzten Monate um die Ohren gehauen. Aber, ach je, es „muss“ homöopathisch sein. Ich bin ja auch sehr für Homöopathie, immer, aber nachdem mir die Traumeel-Zeel-Kombi nichts gebracht hat, bin ich eben doch um Kortison bettelnd zum Arzt gekrochen. Er verneint das vehement, andererseits will er im August oder September auf Alpen-Exkursion gehen und so sieht er im Moment nun wirklich nicht aus…

Mittwoch feiern wir schon wieder im Institut, wie L. vorhin meinte: „Dafür, dass wir so wenig tun, feiern wir ganz schön viel mit im Institut :)“. Aber ich finde, jede dumme Zweiti-Mail ist 10 Minuten grillen wert. Oder so.


Geomorphologie nach Pixar et al.

Ice Age 4 hat mich im Großen und Ganzen nicht von den Socken gehauen, aber die Nuss-Szenen mit Scrat sind einfach immer wieder göttlich. So natürlich auch die Kontinentaldrift-Erklärung durch ein über den Erdkern seiner Nuss nachjagendes Eichhörnchen.
Außerdem war ich heute beim Friseur und keinem ist es aufgefallen. Ich schließe daraus, dass meine Frisur zuvor gar nicht so tragisch war… 😉


altes, neues und fernes

Auch in Baden-Württemberg klopfen so langsam die Schul-Sommerferien an die Tür, nächsten Mittwoch ist es so weit. Interessiert mich natürlich eigentlich überhaupt nicht, aber am Freitag der letzten vollen Schulwoche ist an meinen beiden alten Schulen  parallel zueinander Schulfest. Da sie auch noch direkt nebeneinander liegen, ist das natürlich total praktisch und ich versuche eigentlich immer, es möglich zu machen, dort hinzugehen. Allerdings haben dieses Jahr die letzten Abitur gemacht, mit denen ich befreundet bin, sodass das in Zukunft eine wirklich magere Veranstaltung sein wird. Vor allem, weil, und das ist mir heute erst so richtig bewusst geworden, die Realschullehrer unglaublich viel mehr mit mir reden als die Gymilehrer. Am Gymi waren es frustrierend unpersönliche, kurze zwei Sätze mit der Lieblingslehrerin und ein paar Anlächler. An der Realschule waren es fruchtbare Gespräche mit drei Lehrern, von denen ich einen sogar nie im Unterricht hatte! Sowie mit der Hausmeisterin und dem Vater einer Freundin, der leicht überrascht wirkte, dass ich ihm nachträglich zum Geburtstag gratulierte… 🙂

Was für viele dumme Blicke sorgte, war mein „Universität Tübingen“-Pullover, den ich völlig gedankenlos angezogen habe. Erstaunlich, wie unterschiedlich die Reaktionen auf Kleidungsstücke sind, je nachdem, in welchem Umfeld man sich bewegt.

Außerdem habe ich mir heute ein kleines Notebook gekauft, damit ich auch von unterwegs aus Indien und Nepal bloggen, chatten und prokrastinieren kann. Und natürlich, denn nur deshalb habe ich ihn ja gekauft, recherchieren und schreiben *hust*. Es ist ein gebrauchtes ThinkPad X200, dem ich gleich per USB-Stick ein Linux MInt verpassen werde.
Nachtrag: die Kletter-AG des Gymnasiums veranstaltet jedes Jahr ein Probeklettern, zu dem ich mich dieses Jahr trotz Kater und allgemeinem Unwohlsein habe überreden lassen. War lustig, v.a. der Wortwechsel mit einem sehr schlanken Mädchen, die mich dazu überreden wollte:

ich: „Du kannst mich nicht sichern, dazu bin ich nun wirklich zu schwer!“

sie: „nein, das ist kein Problem. Außer du wiegst über 80 Kilo.“

ich: „Ja, das tu ich.“

… Stille. Blöderweise hat der fürs Klettern verantwortliche Lehrer das mitgehört und mich dann gesichert. Hat aber wirklich Spaß gemacht und mich darin bestärkt, unbedingt mal wirklich klettern gehen zu wollen!


Abschalten.

Gestern war ich im Rahmen eines Seminars bei der Müllverbrennungsanlage der EnBW in Stuttgart-Münster. Ich muss ehrlich sagen, trotz meines Studiums habe ich keinerlei Ahnung von Energiegewinnung. Ich bin der Meinung, dass die Atomkraftwerke lieber gestern als morgen abgeschalten werden sollten, da ich es unveranrtwortlich finde, unserer Nachwelt solchen Atommüll zu hinterlassen. Allerdings habe ich mir nie wirklich ausgiebig Gedanken darüber gemacht, wie es eigentlich funktioniert, dass zu jeder Tageszeit und auch bei unvorhergesehenen Verbrauchs-Peeks genug Strom da ist. Natürlich sagt mir das Wort „Pumpspeicherkraftwerk“ etwas, aber so ganz genau..? Ganz ehrlich, nein.
Nun, ich möchte nicht sagen, dass ich jetzt sehr viel schlauer bin, aber schon ein wenig. Und es macht mich nachdenklich, dass regenerative Energie stark von äußerlichen Gegebenheiten abhängig ist. Strom aus Windenergie? Nun, bei Flaute gibts kein warmes Wasser. Strom von den Solarzellen auf dem Dach? Wenn keine Sonne da ist, muss man dann wohl kalt essen. Strom aus Wasserkraft? Die vielleicht noch am kontinuierlichsten vorhandene Energiequelle, aber bei Dürreereignissen wie letzten Sommer/Herbst, als man den Rhein in Gummistiefeln durchwaten konnte, standen in Baden-Württemberg nahezu alle Wasserkraftwerke still.
Klar haben wir noch Kohlekraftwerke, die solche Ausfälle ausgleichen können, aber ohne eine kontinuierliche Grundversorgung aus Atomstrom wäre das ganze System im Moment vermutlich nicht lebensfähig und schon gar nicht zu dem Preis, den wir im Moment zahlen. Im Moment ist es so, dass Strom aus erneuerbarer Energie vorrang hat vor allem anderen, sodass andere Kraftwerke runtergefahren werden müssen, wenn regenerative Energie gewonnen und eingespeist werden kann. Dies führt zu einem andauernden Hoch- und Runterfahren der Brennkessel, z.B. bei den Kohlekraftwerken. Außerdem werden sich immer weniger Investoren finden lassen, da so die Auslastung der Kraftwerke sinkt und somit die Gewinnspanne schrumpft.Im schlimmsten Fall hat dies einen Verkauf einzelner Energiefirmen an ausländische Firmen zur Folge, die so viel Gewinn wie möglich erwirtschaften wollen und denen die Instandhaltung des Stromnetzes (nach deutschem Standard) herzlich egal ist. Im schlimmsten Falle natürlich nur.
Außerdem verbrauchen Solar- und Windparks so unendlich viel Fläche, wie man sich gar nicht vorstellen mag. Off-shore ist das super, aber wollen wir wirklich die restlichen verbleibenden, einigermaßen unberührten Flecken Natur in Deutschland voller 250 m hoher Windkraftanlagen stellen? Wenn wir andererseits strikte Auflagen gegen „Bauen im Außenbereich“ haben? Da passt die Gesetzgebung mal wieder nicht zusammen und das alles ist an sich und überhaupt absolut undurchdacht. Ich weiß ehrlich nicht mehr, was ich denken soll. Wirklich nicht.

Und ich werde dann im August Windkraftanlagen genehmigen. Oder nicht genehmigen. Oder sonstwas. Mal schauen.

Entschuldigt für den wirren und nicht meinungsbildenden Blogeintrag – in diesem Sinne:

http://www.youtube.com/watch?v=5n-IfNHcbkI


Menschen. Besonderheiten.

Es ist so toll, jemanden zu kennen, der genau das sagt, was man selbst in der bestimmten Situation am allerschönsten findet. Wenn es demjenigen gar nichtmal bewusst ist, ist das irgendwie noch netter…

Wenn das heiß und innig geliebte Haustier nur noch absolut apathisch durch die Gegend taumelt, man aber wirklich keine Ahnung hat, was der Grund sein könnte, dann macht einem das Angst. Und es macht einen so unglaublich hilflos und traurig, dass man einer Katze, die sich so sehr einigelt, gar nichts Gutes tun kann.

Von vielen, denen man das erzählen könnte, käme ein „wird schon wieder“ oder ein „stell dich nicht so an“. Von anderen kommt aber immer wieder eine Nachfrage, wie es der Katze geht. Und wenn sie dann wieder auftaucht, kommt kein „siehste, musstest dich gar nicht so anstellen“, nein, es kommt ein „streichel sie mal von mir“.

Und da versteht einer nicht, dass ich in der Situation und mit einem solchen Satz keine Tränen in die Augen bekomme? Ich wähnte die Katze ja schon tot…

Und wenn mich das nun zum Mädchen macht, so bin ich das gerne. Immer wieder.

 


so dies und das.

Das Praktikum habe ich äußerst erfolgreich beendet (fettes Lob vom Chef und von den Kollegen und vier Wochen bezahltes Praktikum im Sommer).

Nun ist seit gestern wieder Unialltag mit Hausarbeiten, Dozentenrennerei und müdemachenden Vorlesungen. Bis, nun ja, heute morgen, wusste ich nicht wirklich bis wirklich nicht, welche Veranstaltungen ich belegen werde, nur ein Modul war sicher, weil ich das letztes Jahr geschmissen habe und nachholen muss. Ausgerechnet dieses Modul aber mache ich nun doch nicht, sondern ein gleichwertiges anderes Modul, das ich mir auch so anrechnen lassen kann, das aber viel weniger Arbeit ist. Auch sonst hat sich alles heute im Laufe des Tages zu meiner Zufriedenheit ergeben: in Botanik kann ich gehen, ebenso habe ich mich wohl irgendwann mal zu einem Seminar angemeldet, was ich aber nict mehr wusste und heute mal auf gut Glück hin bin, in der Hoffnung, einen Platz zu bekommen. Etwas peinlich war es mir dann schon, als ich erst sagte, ich sei nicht angemeldet und dann doch mein Name auf der Liste stand. Äääähm… Alzheimer, Demenz oder einfach nur unglaubliche Verplantheit? :)

Samstag war ich mit einem guten Freund im Irish Pub, zwar habe ich gut einen über den Durst getrunken, aber es war ein toller Abend mit guten Gesprächen und tollen Erkenntnissen, und einer ganz besonders tollen: es sind die besonders stillen Menschen in meinem Umfeld, auf die ich mich in jedem Moment meines Lebens verlassen kann und die mir ganz unmerklich ganz tief in mein Herz geschlichen sind. Danke! Solche Erkenntnisse tun unglaublich gut.

Sonntag dann.. nun ja. Die informierten Menschen in meinem Leben wissen es oder können es sich denken, der Rest.. Tja ;-) Dieses Blog wird manche Dinge wohl nie erfahren, was sicher auch gut so ist.

Hihi.

 


Produktivitäääät

Seit vier Wochen mache ich ein Praktikum beim Landratsamt, das mich zwar regelmäßig fluchen lässt, weil ich so früh aufstehen muss wie einfach kein Mensch aufstehen sollte, andererseits macht es richtig viel Spaß, ich lerne unglaublich viel Neues, die Kollegen sind alle total nett und hilfsbereit und ich darf dauernd mit auf Außentermine. Letzte Woche war ich wieder mit einem Kollegen unterwegs bei einem Termin, der bis in die Mittagspause ging, dementsprechend hat sich dann auch mein Magen beschwert. Wir sind dann zu McDonalds, ich wurde eingeladen – wie praktisch! – und habe festgestellt, dass das erste Essen alleine mit einem Kollegen schlimmer ist als ein erstes Date, weil man zwar einerseits Gesprächsthemen braucht, andererseits aber nicht zu persönliche Fragen stellen darf und auch über die Arbeit und Kollegen redet es sich irgendwie schlecht. Freitag war ich mit einem anderen Kollegen unterwegs, bei dem habe ich da, was private Fragen angeht, irgendwie weniger Hemmungen und habe ihn schonungslos ausgequetscht über frühere Arbeitsstellen, Familie und alles. War sehr lustig 😀

Freitag nachmittag war ich mal wieder beim Arzt, Blut abnehmen für einen Eisentest. Bis Ende letzten Jahres war das eine Gemeinschaftspraxis, der eine ist jetzt in Rente gegangen und plötzliche, siehe da, ist in dieser Praxis eine so tolle, nette und entspannte Stimmung, die Sprechstundenhilfen / Arzthelferinnen (wie heißen die? Ich weiß es nie) sind total nett, sowohl zueinander als auch zu den Patienten. Das war davor nicht immer so und hat mich oft auch gestresst. Am Freitag hingegen bin ich total entspannt und lächelnd beim Arzt raus und freue mich schon fast auf meinen Termin nächsten Freitag 😉 Sogar das Blut abnehmen war trotz meiner blöden Venen nett und lustig. Ganz toll finde ich auch, dass die eine Sprechstundenhilfe/Arzthelferin (mist, ich sollte es wirklich mal lernen…), die etwa in meinem Alter ist und mich in der Schulzeit als ihr perfektes Opfer auserkoren hat, aus diesem Denken herausgewachsen ist und jetzt nett, freundlich und total vorsichtig beim Blut abnehmen ist. Hach, das freut mich so sehr, denn als ich sie das erste Mal beim Arzt gesehen habe, hatte ich dann doch etwas Angst (dabei habe ich dann auch gemerkt, dass einen die Vergangenheitsgespenster immer wieder einholen). Einfach toll! Danach bin ich durch die Sonne heimgelaufen und habe noch auf einer Weide stehende Pferde gestreichelt.

Samstag früh war ich Arbeiten (wenn schon das Praktikum kein Geld bringt, muss ich ja samstags wenigstens ein bisschen Geld verdienen), was sehr motiviert und ordentlich vonstatten ging, was auch nicht unbedingt immer der Fall ist. Samstag mittag habe ich unglaublich viel gemacht: gekocht, Auto geputzt, Holz geholt, alle Öfen geputzt und geheizt, meine Haare gefärbt, gebadet, meine Mutter mit Canasta spielen genervt und, das allertollste, meine Tür repariert. Schon seit Ewigkeiten (wir reden hier von Jahren!) hing das Schloss (so ein uraltes Riegelschloss) an viel zu wenigen ausgelümmelten Nägeln in der Tür und wackelte da so rum. Ich hab dann jetzt einfach ein paar Spax reingeschraubt, jetzt hält es bombenfest und wird nie wieder wackeln.

Heute war dann nicht ganz so effektiv, ich hab schon vor dem Frühstück Rinderbrühe aufgesetzt, nach dem Frühstück waren wir spazieren und haben Wacholderbeeren gesammelt, danach gabs dann Suppe und Kuchen. Außerdem habe ich durchgesetzt, Siedler von Catan zu spielen. Und jetzt habe ich gerade noch meine Zimmer hier oben gestaubsaugt, aber für mehr reicht es, glaube ich, nicht mehr.

Immerhin habe ich mal wieder gebloggt, das macht aber halt auch nur Sinn, wenn es was zu erzählen gibt.

Mittwoch abend waren A. und ich bei dem Dozenten, der unsere Bachelorarbeiten betreuen wird und haben nochmal alles beredet und nun ist klar: wir werden nach NEPAL fliegen. Irgendwie schon echt abgedreht… letzten Herbst China, diesen Herbst/Winter Indien und Nepal. Waaah!!! Ich kann es kaum fassen. Wirklich nicht!

Diese ganze produktive Woche, obwohl ich Freitag einen kleinen Durchhänger hatte, K.E. hätte Geburtstag gehabt, und auch wenn ich nicht mehr jeden Tag an ihn denke und die Trauer schon eine Weile nicht mehr mein Leben bestimmt, sind das doch solche Daten, die ich vermutlich noch eine Weile mit ihm verbinden werde.


Traurigkeit in Wellen oder Wie man auf Autopilot funktioniert.

Ich möchte einen Blogeintrag schreiben, um über meine derzeitige Grundstimmung nachzudenken und weil ich weiß, dass es mir danach meistens besser geht. Aber erstaunlicherweise fehlen mir die Worte. Das ist nun schon der vierte Anfang den ich schreibe, weil ich nicht weiß, wie ich mich ausdrücken soll. Nicht dass es von Bedeutung wäre, wenn ich hier schon mein tiefstes Inneres ausbreite, müsst ihr eben über die Formulierung hinwegsehen. Aber irgendwie ist es halt doch wichtig. Für mich.

Mir geht es zur Zeit allgemein nicht sonderlich gut. Im September wurde bei mir sehr starker Eisenmangel festgestellt, daraufhin habe ich von meinem Hausarzt Eiseninjektionen bekommen. Auf die erste Spritze hin lag ich ein Wochenende im Bett und habe bis heute an dieses Wochenende nicht mehr wirklich Erinnerungen. Die darauffolgenden Spritzen, die ich ja schlecht verweigern konnte mit einem Eisenwert, der weit jenseits von Gut und Böse war, habe ich besser vertragen. Dann war ich zwei Wochen auf Exkursion in Frankreich, eine Woche in Deutschland und dann schon wieder vier Wochen in China. In dieser Zeit habe ich kein Eisen bekommen, was ich in China auch schon wieder negativ bemerkt habe (schwindel, Schwarz vor Augen etc.). Nach China war ich bei meinem Hausarzt, der Ferritinwert war innerhalb von 7 Wochen nach der letzten Infusion wieder von 84 ng/ml auf 18 ng/ml gesunken, sodass mich mein Hausarzt wieder mit Spritzen quälte. (Er hatte zu keinem Zeitpunkt die Idee, evtl. herausfinden zu wollen, wieso ich so viel Eisen verliere, schob das alles auf die monatliche Blutung). Da ich dann aber wieder nach Tübingen ging, nahm ich meine restlichen Eisenpräparate mit, um sie mir dort von einem Arzt verabreichen zu lassen. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, welchen Ärztemarathon ich damit lostreten würde. Sie weigerte sich, mir EIsen zu spritzen, hielt es für „Laborkosmetik“, sagte mir ins Gesicht, dass mit den Werten die Symptome nicht sein könnten, ich mir das also alles nur einbilde (Ferritin bei <20ng/ml? ich bilde mir das ein? …) und die Ursache für den Schwindel sei wo anders zu suchen, der Eisenwert sei so in Ordnung. Okay, ich also völlig am Boden zerstört (Ja, schon wieder ein Arzt, der so unglaublich sozialINKOMPETENT ist, mir zu sagen, ich bilde mir das alles nur ein. Das hatte ich ja nicht eigentlch schon oft genug in meinem Leben…). Das einzig Gute (?), das sie mir mitgab, war die Idee, dass der Eisenmangel (den sie ja dann eigentlich abstritt?) von einer Sprue käme (Glutenintoleranz). Daraufhin bin ich wegen dem Schwindel zum Orthopäden und wegen der Sprue zunächst zur Allergologin und nun auch noch zum Internisten. Die Allergologin hat eine Sojabohnenallergie diagnostiziert, die Pilze hingegen, auf die ich unglaublich stark allergisch reagiere, sind dort geprüft und als unauffällig abgehakt. Ich lese daraus, wie gut es anscheinend funktioniert, ALlergien per Bluttest zu bestimmen und werde diesen Test ignorieren. Im Moment warte ich auf die Testergebnisse des Internisten, der nicht nur die Aussagekräftigen Immunglobuline auf Sprue testet, sondern auch einen aussagekräftigeren Wert in Bezug auf den Eisenmangel. Im Moment habe ich das Gefühl, dass von den ganzen Ärzten, die ich jetzt konsultiert habe, mit Ausnahme des Orthopäden, der einfach genial ist, der Internist der kompetenteste und netteste ist. Außerdem hat er mir große Hoffnungen gemacht, dass ich keine Sprue habe und schon allein dafür könnte ich ihn knuddeln 🙂

Über was ich eigentlich bloggen wollte, was nun irgendwie etwas ins Hintertreffen gelangt ist, ist meine andauernde schlechte Laune, Genervtheit und Traurigkeit. Aber ich gehe jetzt ins Bett und vielleicht schaffe ich es die näcshten Tage mal, darüber zu schreiben. Würde mir bestimmt gut tun.


Weihnachten

Viele Menschen, die einen ihnen nahestehenden Menschen verloren haben, versinken vor allem zu Weihnachten wieder in Trauer und Depressionen und finden Weihnachten deshalb ganz furchtbar. Mir gehte s überhaupt nicht so, ich finde Weihnachten auch nicht gerade das allertollste überhaupt – das liegt aber daran, was die Menschen daraus machen, Stress, Konsumwahn, Geschenke – aber ich mag es und ich finde die Idee von Besinnlichkeit und Nächstenliebe sehr schön. Zwar musste ich mich dieses Jahr im Vorfeld mit meiner Mutter streiten, weil sie keinen Weihnachtsbaum wollte, aber wie üblich habe ich im Endeffekt gewonnen, sodass wir heute morgen zu einer schon zuvor ausgespähten Stelle im Wald gefahren sind, wo frisch geschlagene Fichten liegen. Dort fanden wir auch auf Anhieb eine schöne Spitze, die sich als Weihnachtsbaum sehr gut macht (auch meine Mutter findet Weihnachtsbäume jetzt nicht mehr doof – im Moment zumindest). Da wir beide einen ähnlichen Geschmack haben, was Weihnachtsbaumdeko angeht, war das Schmücken sehr lustig. Im Endeffekt haben wir jetzt Äpfel dranhängen (um die Äste runterzubiegen), dazu noch Walnüsse, damit die Äpfel nicht so einsam sind. Zwei Fichtenzapfen haben sich auch noch hinverirrt. Natürlich Strohsterne, die meine Mutter letztes Jahr in mühseligster Kleinstarbeit wunderschön gemacht hat (sind die Kinder aus dem Haus, jaja… mit mir hat das nie so gut geklappt 😀 ) und natürlich, ganz wichtig, das allerwichtigste: echte Kerzen! 15 Stück sind dieses Jahr aufm Baum. Geschenke gab es dieses Jahr traurig wenige. Meine Mutter hat mir die letzte Fahrradreparatur gezahlt, das ist natürlich ein wunderbares Geschenk, weil ich mir die Reparatur sonst nicht hätte leisten können. Aber unterm Weihnachtsbaum liegt dann natürlich nichts. Von meiner ältesten Schwester kam ein Päckchen mit jeweils einem Buch für meine Mutter und für mich. Für mich ein Krimi, in dem Geologen der Uni Tübingen die Hauptrolle spielen und der auch noch hier auf der Alb bei uns um die Ecke spielt. Aber eben Geologen, keine Geographen. Klar, wäre viel verlangt, aber der ewige Zwist zwischen Geologen und Geographen verleitet mich dazu, das Buch nicht so toll zu finden, wie sie wohl denkt, dass ich es finde. Ja, und Schleckzeug war auch in dem Päckchen von ihr, lauter leckere Sachen. Und das wars dann auch schon… Ergiebige Weihnachten sind anders, das muss ich schon sagen. Andererseits ist das okay so und völlig in Ordnung.
Am besten war allerdings heute, dass wir vorhin beide unser jeweiliges Strikczeug doof fanden und kurzerhand getauscht haben, sodass ich mit wunderbar weicher Wolle glatt rechts eine Mütze weitergestrickt hab während meine Mutter an meinem Pulli ein ganzes Stück gestrickt hat. Karl nimmt Form an ❤ (ja, im Übermut habe ich meinen Pullover Karl getauft. Irgendwie dumm.)

Morgen gibt es Rentier-Braten. Ich bin sehr gespannt, wie das schmeckt!


Glück. Unglück. Trauer.

Ich hatte jetzt 6 Wochen frei. Sechs Wochen, in denen ich viel zu viel Zeit hatte, zu grübeln und meinen (meist traurigen) Gedanken nachzuhängen. Nachdem ich es jetzt relativ lange sehr erfolgreich verdrängt habe, wie nah mir der Tod von meinem liebsten, engsten Freund immer noch geht, hatte ich nun mehrere Auslöser, die mich dazu gebracht haben, ganz viel nachzudenken und wieder viel tiefer in die Trauer zu versinken, als ich dachte, dass ich da nochmal jemals drin landen werde.
Heute vor 6 Jahren haben wir uns das erste Mal geküsst. Davor stand ein wunderbarer Sommer, in dem er alles getan hat, mich rumzukriegen, was ich einfach nur genossen habe. Es war neu, aufregend und total toll, von jemandem so umgarnt zu werden. Ein toller Sommer damals! Danach war eine wunderbare Zeit voller Gespräche, Emotionen, Lachen, Weinen und Glücklichsein. Auch wenn unserer Beziehung am Anfang ein Stolperstein nach dem anderen in den Weg gelegt wurde, so haben wir diese doch alle mit Bravour umschifft und waren ein absolut kitschig-furchtbares, unglaublich glückliches Pärchen, das seine Liebe auch vor gar niemandem verheimlichen konnte. Ich denke, würde ich mich heute so sehen, ich würde mich nicht wiedererkennen. Was bin ich doch für ein grübelndes, griesgrämiges, depressives heulendes Elend geworden.
Mehr als anderthalb Jahre lang waren wir zusammen, waren wir mal mehr, mal weniger glücklich, aber jeder, der uns kannte, sagte, dass wir irgendwie einfach zusammengehören würden. Und ich bin nach wie vor der Überzeugung, hätten wir uns altersmäßig irgendwo in der Mitte getroffen, wären wir noch immer zusammen – oder ich jetzt Witwe, ein furchtbarer Gedanke.
Es gibt so viele Erinnerungen an ihn, an unsere gemeinsame Zeit oder an seine Erzählungen, die mir immer wieder und manchmal auch ganz unpassend die Tränen in die Augen treiben. Manchmal denke ich noch heute, dass ich es kaum aushalte, dass ich mit der Trauer und dem Schmerz und diesem unendlichen Gefühl des Verlassenseins und Einsamseins nicht umgehen kann. Manchmal reicht es, wenn ich die Todesanzeigen in der Zeitung lese, dass ich in Tränen ausbreche, wenn davor noch alles gut war. Oder ein Mann entfernte Ähnlichkeiten mit ihm aufweist und ich mich zwingen muss, nicht hinzurennen und diesem fremden Mann um den Hals zu fallen, nur weil ich es mir so sehr wünsche, dass das alles nicht wahr ist und ich einfach nur aufwachen muss und dieser Albtraum vorbei.
Nie mehr seit seinem Tod hatte ich dieses Gefühl, dass mich ein Mensch einfach versteht, mich so kennt wie ich bin und intuitiv weiß, was jetzt richtig ist zu sagen und zu tun. Dieses Gefühl der Geborgenheit, des absoluten Vertrauens, des fallen-lassen-könnens, wenn du dir sicher bist, der andere fängt dich auf. Immer und immer und immer wieder. Ob ich das wohl jemals wieder fühlen werde? Fühlen kann? Ohne Vergleiche anzustellen, wie ich es noch jetzt unweigerlich immer tu?
Heute vor 5 Jahren waren wir beim Juwelier, wir haben uns wunderschöne Ringe ausgesucht, es waren Partnerschaftsringe, er stand zu mir, ich stand zu ihm und wir wollten der Welt zeigen, dass wir zusammengehören, egal, was andere Menschen denken. Ich war der wohl allerglücklichste Mensch der Welt, auch wenn es weder einen romantischen Heiratsantrag noch Pläne für eine Hochzeit gab – und das war auch gut so, denn Kitsch war noch nie was für mich und Verbindlichkeit in Form einer Ehe auch nicht. Und wird es wohl auch nie sein… Jetzt schon erst recht nicht mehr.

16.9.

Das ist in den Ring graviert. Ohne Jahreszahl, ohne Namen. Wir hatten sogar den gleichen Geschmack, haben uns sofort den gleichen Ring ausgesucht, der erste wars sofort, ich werde also sowieso nie einen Ring tragen können, der mir gefällt. Das war für mich ein unglaubliches Erlebnis, dass wir uns beide, unabhängig voneinander, aus einer riesigen Auswahl den genau gleichen Ring ausgesucht haben.

Ich könnte noch die ganze Nacht weiterschreiben, Erinnerungen auskramen, in Gefühlen wühlen, aber vieles davon wird nie jemand anderes erfahren und ich höre lieber auf, bevor ich so fertig bin, dass ich nicht mehr schlafen kann.

Es war nur an der Zeit, meine vielen Gedanken etwas in Worte zu fassen, und ich weiß nicht, woran es liegt, ich war den ganzen Tag depri und niedergeschlagen, dabei habe ich mir erst gerade klargemacht, dass der 16. September ist. Unterbewusstsein? Keine Ahnung…

Ich höre jetzt noch eine Runde „Ain’t no sunshine when [s]he’s gone“, weil das mein Trauer-Heul-Lied ist und dann gehe ich ins Bett. Und frage mich dann morgen, wieso ich solche Sachen in ein Blog poste, das inzwischen doch einige meiner Freunde lesen. Mit denen ich eigentlich nicht über solche Sachen rede. Weil ich mit niemandem darüber rede.


ärztegelaber

Über ungelegte Eier möchte ich ungern gackern, zumal wenn es um meine Gesundheit geht. Aber wenn ein Arzt das Stichwort Depression in den Raum wirft – und mir der Gedanke ja auch nicht ganz fremd ist – dann grübelt man da schon dran rum…


handytest

image

weil ich nach wie vor unschlüssig bin, ob ich meinen laptop mit nach china nehmen soll oder nicht, hier jetzt ein testeintrag.
okay, bild hinzufügen geht, wo es das dann anzeigt, sieht man ja dann…
ich würde ja die twitterbenachrichtigung für diesen beitrag ausmachen, aber keine ahnung, wie und ob das bei der app geht, so viele leute folgen mir ja auch nicht^^
das blödeste an der sache ist halt der winzige bildschirm und die mini tastatur 🙂


Hausfrauentag die 2.

Nachdem mir gestern der Saft so wunderbar gelungen ist, habe ich mich heute an selbstgemachten Blätterteig gemacht. Dank einem wunderbaren Video und einem wirklich einfachen Rezept war es zwar zeitaufwendig, aber weder schwer noch zum Scheitern verurteilt, wie ich zunächst befürchtete. Aus dem so entstandenen Blätterteig habe ich dann Kirschtaschen gemacht, die aber leider etwas pampfig wurden – das nächste Mal wird da irgendwie was anders gemacht, mal schauen..

Jetzt sollte ich eigentlich endlich mal die Hausarbeit einer Freundin korrigieren, aber irgendwie ist die Lust nicht so groß, wie sie sein sollte…

Außerdem fahr ich Mittwoch nach Tübingen, habe jede Menge vor und das muss ja jetzt auch geplant werden:

– Zimmer aufräumen und putzen

– Caro treffen (das letzte Mal für eine viel zu lange Zeit…)

– zu Ritter Sport nach Waldenbuch fahren, Bruchschokolade in rauen Mengen kaufen 😀

– nach Reutlingen fahren, Kensington Lock besorgen, bummeln, Weindorf. Vielleicht mit Lydia, vielleicht mit Sonja (wohl auch die letzte Möglichkeit vor meinen ganzen Auslandsaufenthalten: also überlegt es euch gut, ihr zwei 😀 )

und und und…

Außerdem will LONDON gebucht werden!! Yeeehaaaaa 🙂