Just another meaningless and insignificant blog.

Ein bisschen ich.

Ich habe am gleichen Tag Geburtstag wie Cher, was mich, als ich ungefähr zehn Jahre alt war, fürchterlich stolz gemacht hat. Inzwischen ist mir mein Geburtstag völlig egal und Cher sowieso. Ich habe zwei ältere Schwestern, zwischen denen und mir gab es, soweit ich weiß, eine Fehlgeburt und eine Abtreibung. Ich wurde nur deshalb nicht abgetrieben, weil sich meine mittlere Schwester (damals 7 Jahre alt) unbedingt einen kleinen Bruder gewünscht hatte. Ich wurde ein Mädchen. Ich habe mit dieser Schwester seit anderthalb Jahren keinen Kontakt mehr. Mein Vater hat, seit ich 2 Jahre alt war, keinen Kontakt mehr zu meiner Familie, weshalb mir frühkindliche Traumata und Störungen unterstellt werden, die ich vehement abstreite. Allenfalls einen kleinen Vaterkomplex habe ich davon getragen. Ich fahre gerne, viel und schnell Auto, kann die Größe des Fahrzeugs intuitiv einschätzen und kann gut einparken. Das Klischee über Auto fahrende Frauen erfülle ich also absolut nicht. Auch sonst bin ich eher eine untypische Frau. Ich hasse es, mich zu schminken, habe lieber kurze Haare, weil sie pflegeleichter sind, habe für mein Leben gerne viel Sex und mag Gewaltfilme. Zombies und Aliens dürfen aber nicht darin vorkommen, sonst kriege ich Albträume. Ich schaue aber auch gerne Liebesfilme, bei „Was das Herz begehrt“ muss ich regelmäßig heulen wie ein Schloßhund, weil der Film mich ganz arg an meinen Exfreund erinnert. Der starb 2009 zwei Tage nach meinem Geburtstag. Seitdem habe ich ein Problem mit meinem Geburtstag und ein Problem mit Erinnerungen. Ein Problem mit Männern hatte ich eigentlich davor schon, das zählt also nicht. Ich dachte immer, ich könne keinen Sex ohne Liebe haben, stellte aber fest, dass es super geht. Ich sammle Blechdosen. Stifte auch, aber nicht so sehr absichtlich sondern eher aus Versehen. Die werden einfach nicht so schnell leer wie ich neue kaufe. Ich finde Din-A4-Blöcke mit Werbeaufschriften fürchterlich cool, ich habe welche von Holzhändlern, Kiesabbaufirmen und von meiner Heimatgemeinde. Ich arbeitete während der Schule und nach dem Abitur in einer Schreinerei und wäre mein Chef Schreinermeister gewesen und hätte ich keinen kaputten Rücken, hätte ich eine Ausbildung zum Schreiner gemacht. Nun studiere ich Geographie, mein Rücken wird dennoch immer schlimmer und manchmal ärgere ich mich darüber. Ich fing mal in Kiel an, Geowissenschaften zu studieren, nur weil meine Mutter zu mir sagte, ich könne doch nicht einfach nach dem Abitur nichts tun. Das kostete mich einen Haufen Geld, viel Spott aus dem Bekanntenkreis, gab mir aber den Job in der Schreinerei und ein tolles Jahr mit meinem Ex, bis er starb. Im Nachhinein betrachtet war dies die beste Entscheidung meines Lebens. Die erwachsenste Reaktion meines bisherigen Lebens war, einem Bekannten der Familie ins Gesicht zu sagen, dass ich von ihm nichts über meinen Vater hören möchte und der Lebensgefährtin des Bekannten zu sagen, dass sie still sein soll, da sie meinen Vater nie kannte und es sie nichts angeht. Dies hat mich den Kontakt gekostet und wurde mit Verachtung seitens meiner Familie bestraft. Ich stehe aber dazu. Ich war schon in China, Indien und Nepal und habe mir nach längerer Quälerei mit Gallensteinen in Nepal bei der Ankunft in Frankfurt geschworen, meinen Reisepass nun zehn Jahre lang nicht mehr zu benutzen. Ich wurde in der Schule gemobbt, ich kann diesen Menschen aber im Großen und Ganzen nicht böse sein. Wäre ich eine von den Coolen gewesen, weiß ich nicht, ob ich da nicht auch mitgemacht hätte. Geprägt hat es mich dennoch und ich habe ein ganz anderes Gespür für Menschen und Situationen entwickelt. Wenn sich Menschen in meiner Gegenwart streiten, gehe ich aus dem Raum, weil ich es nicht aushalte. Betrunkene Männer haben mir lange Zeit Angst gemacht. Ich habe mich noch nie geprügelt, weil ich Angst vor jeglicher Verletzung habe. Ich war früher im Leichtathletik und durfte mit auf Wettkämpfe, weil ich besser werfen konnte als die anderen Mädchen und meine miserablen Leistungen im Sprint und Weitsprung nicht allzu sehr ins Gewicht fielen. Ich bin 1,80m groß und wünschte mir, es wäre einfacher, einen Freund zu finden, der mindestens 1,90m groß ist. Ich bin im Schwäbischen mit einer Hochdeutsch sprechenden Mutter aufgewachsen. Schwaben finden, ich spreche Hochdeutsch, alle anderen finden, ich spräche Schwäbisch. Ich kann innerhalb eines halben Satzes zu Hochdeutsch mit Hamburger Einschlag wechseln, da meine Cousinchen aus Hamburg mich nicht verstehen, wenn ich normal rede. Ich liebe Chips, Schokolade, Lakritze und Gummibärchen, außerdem Cola. Allerdings habe ich mir das dank der kaputten Galle alles komplett abgewöhnt, was auch meinem Gewicht guttut, das schon seit der Pubertät immer eher zu hoch war. Ich habe ein fürchterlich schlechtes Gedächtnis und kann mich teilweise nicht an Dinge erinnern, die vor wenigen Tagen geschahen. An genaue Inhalte von Städtereisen erinnere ich mich schon zwei Monate danach nicht mehr, was Reisen eher semisinnvoll macht. Ich kann miserables Englisch und wurde trotzdem regelmäßig in Asien gelobt, wie toll mein Englisch ist und brachte es wirklich fertig, fließend und ohne gravierende Vokabelprobleme über Gott, Philosophie und die Ungerechtigkeit der Menschheit zu diskutieren, obwohl ich solche Gespräche hasse bis verachte. Ich hasse es, wie Menschen sind, wenn sie gekifft haben. Ich trinke gerne Guinness und auch gerne ein bisschen zu viel. Caipi mag ich auch, sonst aber eigentlich keinen Alkohol. Ich liebe selbstgestrickte Wollpullover, habe aber manchmal Phasen, in denen ich mich dann schäme, dass ich so alternativ aussehe. Und dann schäme ich mich für diesen Gedanken, trage das Kinn zwei Zentimeter höher und alles ist wieder gut. Ich kann mit wenig Geld umgehen, mag es aber nicht, weil es mich an meine Kindheit erinnert. Ich stehe total auf Shirts von teefury und co., obwohl ich sie oft nicht verstehe, weil sie Anspielungen auf Fernsehserien enthalten, die ich nie sah. Dr. Who schaltete ich nach der ersten halbe Folge aus, weil ich die Plastikmenschen ganz schrecklich fand, das rangiert auf einer ähnlichen Stufe wie Zombies und Aliens. Ich habe regelmäßig Atemnotsanfälle, von denen keiner so genau weiß, wo sie herkommen. Ich habe so ein schwaches Bindegewebe, dass mein Krankengymnast mich hypermobil nennt und mich mal als Anschauungsobjekt mit in seinen Physiounterricht nehmen wollte, weil ich gleichzeitig eine so versteifte Lendenwirbelsäule habe. Daraus wurde dann aber nichts, weil ich die Behandlung bei ihm abbrach. Ich liebe Katzen und habe eine starke Zuneigung zu Pferden. Ich wollte mal Reitstunden, das einzige, was wir uns leisten konnten, waren so Gruppen-Reitstunden, wo man nur im Kreis geführt wurde und nichts lernte, das gab ich recht schnell auf. Ich singe seit 7,5 Jahren in einem Gospelchor und mag das sehr, auch wenn ich überhaupt nicht gläubig bin. Ich hätte gerne Gesangsunterricht, glaube aber nicht, genügend Potenzial zu besitzen, als dass sich das lohnen würde. Wenn ich Verabredungen mit Freunden habe, habe ich allermeistens kurz davor überhaupt keine Lust, hinzugehen. Meist wird es dann doch sehr schön. Ich habe noch nie illegale Drogen ausprobiert und werde das wohl auch nie tun. Rauchen finde ich scheiße, manchmal habe ich aber das immense Bedürfnis nach einer Zigarette, weil Nikotin beruhigend wirkt. Meine Mutter rauchte in meiner Schwangerschaft. Ich tue viel zu oft Dinge nur, weil sie von mir erwartet werden oder „es sich halt gehört“. Was andere von mir denken, ist mir eigentlich völlig egal, manchmal lechze ich aber nach Bestätigung und Lob. Wenn ich das nicht bekomme, kann es passieren, dass ich ganz furchtbar an mir und all den Menschen um mich rum zweifle. Ich habe seit ich 16 bin eine Freundin, mit der ich mich abwechselnd blendend verstehe und abgrundtief zerstreite. Die zwei schlimmsten Funkstille-Zeiten wurden jeweils durch einen Todesfall im Bekanntenkreis beendet. Ich hatte mal was mit jemandem, der verheiratet war und dessen Frau ich immer noch regelmäßig sehe. Ich war schon mal verlobt und dieser Verlobungsring wird wohl das einzige Schmuckstück sein, welches ich mein Leben lang behalten werde. Ich habe sehr oft Selbstzweifel und Anflüge von Depressionen, die ich aber bislang relativ gut im Griff habe. Ich nehme zu viele Schmerzmittel und manchmal auch ein Muskelrelaxans, weil es mich schön blöd im Kopf macht und ich damit besser schlafen kann. Ich bin fürchterlich unsportlich, wanderte aber trotzdem schon im Himalaya rum und fand es toll. Dennoch sind mir die Alpen lieber, da ich sie schöner finde. Ich verbringe wesentlich viel zu viel Zeit im Internet. Ich lese für mein Leben gerne, doch im Moment zu wenig, da ich so viel am Computer bin. Ich wohne in einem Dorf mit weniger als 150 Einwohnern und ich mag es, auch wenn es logistisch ein Albtraum ist.

Die erste, von der ich einen solchen Artikel las, war die wunderbare @textzicke. Den könnt ihr hier nachlesen. Nachdem ich heute auch noch diesen hier von @agentdexter las, beschloss ich, selbst einen zu schreiben.

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