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Archiv für Juni, 2012

Abschalten.

Gestern war ich im Rahmen eines Seminars bei der Müllverbrennungsanlage der EnBW in Stuttgart-Münster. Ich muss ehrlich sagen, trotz meines Studiums habe ich keinerlei Ahnung von Energiegewinnung. Ich bin der Meinung, dass die Atomkraftwerke lieber gestern als morgen abgeschalten werden sollten, da ich es unveranrtwortlich finde, unserer Nachwelt solchen Atommüll zu hinterlassen. Allerdings habe ich mir nie wirklich ausgiebig Gedanken darüber gemacht, wie es eigentlich funktioniert, dass zu jeder Tageszeit und auch bei unvorhergesehenen Verbrauchs-Peeks genug Strom da ist. Natürlich sagt mir das Wort „Pumpspeicherkraftwerk“ etwas, aber so ganz genau..? Ganz ehrlich, nein.
Nun, ich möchte nicht sagen, dass ich jetzt sehr viel schlauer bin, aber schon ein wenig. Und es macht mich nachdenklich, dass regenerative Energie stark von äußerlichen Gegebenheiten abhängig ist. Strom aus Windenergie? Nun, bei Flaute gibts kein warmes Wasser. Strom von den Solarzellen auf dem Dach? Wenn keine Sonne da ist, muss man dann wohl kalt essen. Strom aus Wasserkraft? Die vielleicht noch am kontinuierlichsten vorhandene Energiequelle, aber bei Dürreereignissen wie letzten Sommer/Herbst, als man den Rhein in Gummistiefeln durchwaten konnte, standen in Baden-Württemberg nahezu alle Wasserkraftwerke still.
Klar haben wir noch Kohlekraftwerke, die solche Ausfälle ausgleichen können, aber ohne eine kontinuierliche Grundversorgung aus Atomstrom wäre das ganze System im Moment vermutlich nicht lebensfähig und schon gar nicht zu dem Preis, den wir im Moment zahlen. Im Moment ist es so, dass Strom aus erneuerbarer Energie vorrang hat vor allem anderen, sodass andere Kraftwerke runtergefahren werden müssen, wenn regenerative Energie gewonnen und eingespeist werden kann. Dies führt zu einem andauernden Hoch- und Runterfahren der Brennkessel, z.B. bei den Kohlekraftwerken. Außerdem werden sich immer weniger Investoren finden lassen, da so die Auslastung der Kraftwerke sinkt und somit die Gewinnspanne schrumpft.Im schlimmsten Fall hat dies einen Verkauf einzelner Energiefirmen an ausländische Firmen zur Folge, die so viel Gewinn wie möglich erwirtschaften wollen und denen die Instandhaltung des Stromnetzes (nach deutschem Standard) herzlich egal ist. Im schlimmsten Falle natürlich nur.
Außerdem verbrauchen Solar- und Windparks so unendlich viel Fläche, wie man sich gar nicht vorstellen mag. Off-shore ist das super, aber wollen wir wirklich die restlichen verbleibenden, einigermaßen unberührten Flecken Natur in Deutschland voller 250 m hoher Windkraftanlagen stellen? Wenn wir andererseits strikte Auflagen gegen „Bauen im Außenbereich“ haben? Da passt die Gesetzgebung mal wieder nicht zusammen und das alles ist an sich und überhaupt absolut undurchdacht. Ich weiß ehrlich nicht mehr, was ich denken soll. Wirklich nicht.

Und ich werde dann im August Windkraftanlagen genehmigen. Oder nicht genehmigen. Oder sonstwas. Mal schauen.

Entschuldigt für den wirren und nicht meinungsbildenden Blogeintrag – in diesem Sinne:

http://www.youtube.com/watch?v=5n-IfNHcbkI